Fledermäuse Grundwissen
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Fledermäuse sind die einzigen aktiv fliegenden Säugetiere und nehmen eine besondere Stellung in unseren Ökosystemen ein. Als überwiegend nachtaktive Insektenjäger tragen die in Deutschland lebenden Arten wesentlich zur Regulierung von Insektenpopulationen bei. Zugleich sind Fledermäuse hochspezialisierte Bewohner unterschiedlicher Lebensräume, von Wäldern und Gewässern bis hin zu Siedlungsräumen. Sie sind auf strukturreiche Landschaften und störungsarme Quartiere angewiesen und reagieren empfindlich auf Veränderungen durch den Menschen.
Unser Online-Kurs „KNAK Fledermäuse: Grundwissen“, der voraussichtlich ab Juli 2026 verfügbar sein wird, vermittelt in zwölf Lernstunden fundierte Kenntnisse über Fledermäuse, wobei das Hauptaugenmerk auf den in Deutschland vorkommenden Arten liegt. KNAK steht hierbei für das Projekt → Kompetenznetzwerk Artenkenntnis Niedersachen. Zielgruppe des Kurses sind alle, die Fledermäuse besser verstehen, erkennen und zu ihrem Erhalt beitragen möchten.

Braunes Langohr (Plecotus auritus)
(c) Hans Schwarting/NABU-naturgucker.de
(c) Hans Schwarting/NABU-naturgucker.de
Infos über den Autor und Lerninhalte
Über den Autor
Autor dieses Kurses ist Ivo Niermann. Informationen über ihn werden wir in Kürze zur Verfügung stellen.
Artenkenntnisse
Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… wie viele Fledermausarten es weltweit, in Europa und in Deutschland gibt.
Inhalte: Zahlen und Abbildungen zur Verteilung der Arten weltweit; je näher zum Äquator, desto mehr Arten
… lernen die in Deutschland am häufigsten vorkommenden Fledermausarten kennen.
Inhalte: Artporträts der ca. 10 häufigsten Arten
Die Kursteilnehmenden …
… wie viele Fledermausarten es weltweit, in Europa und in Deutschland gibt.
Inhalte: Zahlen und Abbildungen zur Verteilung der Arten weltweit; je näher zum Äquator, desto mehr Arten
… lernen die in Deutschland am häufigsten vorkommenden Fledermausarten kennen.
Inhalte: Artporträts der ca. 10 häufigsten Arten

Wasserfledermaus (Myotis daubentonii)
(c) Ronny Schuster/NABU-naturgucker.de
(c) Ronny Schuster/NABU-naturgucker.de
Systematische Kenntnisse
Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… können Fledermäuse hinsichtlich ihrer Systematik grob einsortieren.
Inhalte: Fledertiere sind eine Ordnung der Säugetiere; mit den Insektenfressern verwandt; Unterscheidung Unterordnung Yinpterochiroptera vs. Yangochiroptera etc.
… können die für Deutschland relevanten Fledermausfamilien (Rhinolophidae, Vespertilionidae und Miniopteridae) unterscheiden.
Inhalte: Fotos mit relevanten Merkmalen; Hinweise darauf, welche Arten in welchen Familien zu finden sind
Die Kursteilnehmenden …
… können Fledermäuse hinsichtlich ihrer Systematik grob einsortieren.
Inhalte: Fledertiere sind eine Ordnung der Säugetiere; mit den Insektenfressern verwandt; Unterscheidung Unterordnung Yinpterochiroptera vs. Yangochiroptera etc.
… können die für Deutschland relevanten Fledermausfamilien (Rhinolophidae, Vespertilionidae und Miniopteridae) unterscheiden.
Inhalte: Fotos mit relevanten Merkmalen; Hinweise darauf, welche Arten in welchen Familien zu finden sind

Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
(c) Hans Prün/NABU-naturgucker.de
(c) Hans Prün/NABU-naturgucker.de
Bestimmungskompetenz
Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… wissen, welche morphologischen Parameter für eine Bestimmung von Fledermäusen relevant sind.
Inhalte: Kennenlernen der bestimmungsrelevanten Kennzeichen (Unterarmlänge, V. Finger, Form und Länge des Tragus, Länge und Form der Ohren, Form des Sporns, Steg, Epiblema etc.)
… können eine Reihe von Fledermausarten (die einfachen) anhand ihren Rufsequenzen bestimmen.
Inhalte: Ultraschallrufe: Definition, Grundtypen, Funktion, Variabilität; Vorstellung verschiedener Detektorprinzipien; exemplarische Rufdateien
Die Kursteilnehmenden …
… wissen, welche morphologischen Parameter für eine Bestimmung von Fledermäusen relevant sind.
Inhalte: Kennenlernen der bestimmungsrelevanten Kennzeichen (Unterarmlänge, V. Finger, Form und Länge des Tragus, Länge und Form der Ohren, Form des Sporns, Steg, Epiblema etc.)
… können eine Reihe von Fledermausarten (die einfachen) anhand ihren Rufsequenzen bestimmen.
Inhalte: Ultraschallrufe: Definition, Grundtypen, Funktion, Variabilität; Vorstellung verschiedener Detektorprinzipien; exemplarische Rufdateien

Fransenfledermaus (Myotis nattereri)
(c) Hans Schwarting/NABU-naturgucker.de
(c) Hans Schwarting/NABU-naturgucker.de
Biologische & ökologische Kenntnisse
Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… sind mit Nahrungsökologie verschiedener Fledermausarten vertraut.
Inhalte: Arten anderer Weltgegenden (Blüten, Fisch, Frösche, Früchte, Blut); Teich- und Wasserfledermäuse mit gelegentlichem Beifang; in Deutschland vorkommende Arten sind Insektenfresser
… wissen allgemein um die ökologische Nische der nächtlichen Insektenfresser.
Inhalte: Vorteile der nächtlichen Lebensweise: Erschließung einer ungenutzten Ressource – Jagd auf die nachtaktiven Insekten/Kerbtiere, geringer Feinddruck; Nachteile der nächtlichen Lebensweise: Voraussetzung ist die Entwicklung der Ultraschallortung, keine Thermik, hoher Energieverbrauch; Reaktion der Beute auf Ultraschallrufe
… kennen die Anforderungen der Fledermäuse an ihre Quartiere.
Inhalte: Funktion der Quartiere: Schutz vor Feinden und Störungen, mikroklimatisch günstig; Unterscheidung Baum- und Hausquartiere; richtige Anzahl und räumliche Verteilung der Quartiere, richtige Temperatur im Quartier,
Unterscheidung Sommer-, Winter-, Zwischen- und Paarungsquartiere
… kennen das individuelle Alter der Fledermäuse.
Inhalte: Fledermäuse werden ungefähr 10x so alt, wie man es von vergleichbar großen Tieren erwarten würde; Höchstalter; Ausbildung von Traditionen möglich; Winterschlaf nicht der Grund für ein hohes Alter
… sind mit der Phänologie der Fledermäuse vertraut.
Inhalte: Tagesablauf, Jahreszyklus; getrennte Betrachtung von Männchen und Weibchen
… haben Kenntnisse über die Reproduktion der Fledermäuse.
Inhalte: Balzrufe, Paarungssystem, Wochenstuben -> eng mit Phänologie verknüpft; Fledermäuse als klassische K-Strategen
… kennen die Hintergründe der Überwinterung der Fledermäuse.
Inhalte: Strategie zur Überdauerung der insektenarmen Wintermonate; Vergleich von Herzschlag und Atemfrequenz während des Winterschlafs vs. Ruhe- bzw. Flugphasen, reduzierter Energieverbrauch
Die Kursteilnehmenden …
… sind mit Nahrungsökologie verschiedener Fledermausarten vertraut.
Inhalte: Arten anderer Weltgegenden (Blüten, Fisch, Frösche, Früchte, Blut); Teich- und Wasserfledermäuse mit gelegentlichem Beifang; in Deutschland vorkommende Arten sind Insektenfresser
… wissen allgemein um die ökologische Nische der nächtlichen Insektenfresser.
Inhalte: Vorteile der nächtlichen Lebensweise: Erschließung einer ungenutzten Ressource – Jagd auf die nachtaktiven Insekten/Kerbtiere, geringer Feinddruck; Nachteile der nächtlichen Lebensweise: Voraussetzung ist die Entwicklung der Ultraschallortung, keine Thermik, hoher Energieverbrauch; Reaktion der Beute auf Ultraschallrufe
… kennen die Anforderungen der Fledermäuse an ihre Quartiere.
Inhalte: Funktion der Quartiere: Schutz vor Feinden und Störungen, mikroklimatisch günstig; Unterscheidung Baum- und Hausquartiere; richtige Anzahl und räumliche Verteilung der Quartiere, richtige Temperatur im Quartier,
Unterscheidung Sommer-, Winter-, Zwischen- und Paarungsquartiere
… kennen das individuelle Alter der Fledermäuse.
Inhalte: Fledermäuse werden ungefähr 10x so alt, wie man es von vergleichbar großen Tieren erwarten würde; Höchstalter; Ausbildung von Traditionen möglich; Winterschlaf nicht der Grund für ein hohes Alter
… sind mit der Phänologie der Fledermäuse vertraut.
Inhalte: Tagesablauf, Jahreszyklus; getrennte Betrachtung von Männchen und Weibchen
… haben Kenntnisse über die Reproduktion der Fledermäuse.
Inhalte: Balzrufe, Paarungssystem, Wochenstuben -> eng mit Phänologie verknüpft; Fledermäuse als klassische K-Strategen
… kennen die Hintergründe der Überwinterung der Fledermäuse.
Inhalte: Strategie zur Überdauerung der insektenarmen Wintermonate; Vergleich von Herzschlag und Atemfrequenz während des Winterschlafs vs. Ruhe- bzw. Flugphasen, reduzierter Energieverbrauch

Fruchtfressende Fledermaus in Costa Rica an einer Bananenblüte
(c) Karin Mayer/NABU-naturgucker.de
(c) Karin Mayer/NABU-naturgucker.de
Lebensraumkenntnisse
Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… wissen um die Bedeutung von Wäldern für Fledermäuse.
Inhalte: Fast alle Fledermausarten verbringen einen Teil ihres Lebens im Wald, viele Arten sind auf den Wald angewiesen (Bechsteinfledermaus, Mopsfledermaus); wichtiges Quartiergebiet, wichtiges (saisonales) Jagdgebiet
… sind vertraut mit der Bedeutung von Siedlungen für Fledermäuse.
Inhalte: Siedlungen als wichtige Quartiergebiete für „Hausfledermäuse“
… können die Bedeutung von Gewässern für Fledermäuse einordnen.
Inhalte: Gewässer als beliebte Jagdlebensräume vieler Fledermausarten, da dort eine ganze Reihe von Insekten schlüpfen (z. T. in Massen)
… verfügen über Kenntnisse über die Bedeutung verbindender/linearer Lebensräume für Fledermäuse.
Inhalte: Hecken, Allen, Bäche als wichtige Lebensraumelemente, die Quartiergebiete und Jagdlebensräume miteinander verbinden; gute lineare Verbindungselemente erlauben den Tieren, sicher von A nach B zu kommen bzw. früher das Quartier zu verlassen
… kennen die Bedeutung von Winterquartieren für Fledermäuse.
Inhalte: Alte Keller, Brücken, Stollen, Höhlen, Felsspalten, außer Betrieb befindliche Tunnel etc.; Verständnis für Verschlüsse wecken
Die Kursteilnehmenden …
… wissen um die Bedeutung von Wäldern für Fledermäuse.
Inhalte: Fast alle Fledermausarten verbringen einen Teil ihres Lebens im Wald, viele Arten sind auf den Wald angewiesen (Bechsteinfledermaus, Mopsfledermaus); wichtiges Quartiergebiet, wichtiges (saisonales) Jagdgebiet
… sind vertraut mit der Bedeutung von Siedlungen für Fledermäuse.
Inhalte: Siedlungen als wichtige Quartiergebiete für „Hausfledermäuse“
… können die Bedeutung von Gewässern für Fledermäuse einordnen.
Inhalte: Gewässer als beliebte Jagdlebensräume vieler Fledermausarten, da dort eine ganze Reihe von Insekten schlüpfen (z. T. in Massen)
… verfügen über Kenntnisse über die Bedeutung verbindender/linearer Lebensräume für Fledermäuse.
Inhalte: Hecken, Allen, Bäche als wichtige Lebensraumelemente, die Quartiergebiete und Jagdlebensräume miteinander verbinden; gute lineare Verbindungselemente erlauben den Tieren, sicher von A nach B zu kommen bzw. früher das Quartier zu verlassen
… kennen die Bedeutung von Winterquartieren für Fledermäuse.
Inhalte: Alte Keller, Brücken, Stollen, Höhlen, Felsspalten, außer Betrieb befindliche Tunnel etc.; Verständnis für Verschlüsse wecken

Großer Abendsegler (Nyctalus noctula)
(c) Christian Stepf/NABU-naturgucker.de
(c) Christian Stepf/NABU-naturgucker.de
Naturschutzkompetenz
Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… wissen um die Gefährdungen der Fledermäuse.
Inhalte: Intensive Land- und Forstwirtschaft, natürliche Feinde, Straßenverkehr, Windenergie, Quartiermangel (Renovierungen)
… können die Bedeutung des Schutzes von Quartieren einordnen.
Inhalte: Kennzeichen von Quartieren: Störungsarmut, Erreichbarkeit des Einflugs (Licht), Lage im Raum, und v. a. das richtige Klima im Quartier
… verwenden Fledermausdetektoren, um (Balz-)Quartiere zu finden.
Inhalte: Finden eines Quartiers mit einem Detektor: Zurückverfolgen der Arten, morgendliches Schwärmen, Ausflugsbeobachtungen, Balzrufe
… wissen, was konkret getan werden kann, um den Fledermäusen zu helfen.
Inhalte: Engagement in Naturschutzvereinen, Nistkästen, Nutzung von Meldeplattformen („Arten brauchen Daten“), Quartiere, Fledermauskästen, Gärten
… können ihre Naturschutzkenntnisse im Hinblick auf den geplanten Bau einer Straße etc. anwenden.
Inhalte: Ermittlung von Lebensraumfunktionen in der Landschaft und Abschätzung der möglichen Folgen, z. B. beim Bau einer Straße, von Windenergieanlagen etc.; Biologie der Arten in Zusammenhang mit der erwarteten Projektwirkung ergibt die potenzielle Gefährdung
Die Kursteilnehmenden …
… wissen um die Gefährdungen der Fledermäuse.
Inhalte: Intensive Land- und Forstwirtschaft, natürliche Feinde, Straßenverkehr, Windenergie, Quartiermangel (Renovierungen)
… können die Bedeutung des Schutzes von Quartieren einordnen.
Inhalte: Kennzeichen von Quartieren: Störungsarmut, Erreichbarkeit des Einflugs (Licht), Lage im Raum, und v. a. das richtige Klima im Quartier
… verwenden Fledermausdetektoren, um (Balz-)Quartiere zu finden.
Inhalte: Finden eines Quartiers mit einem Detektor: Zurückverfolgen der Arten, morgendliches Schwärmen, Ausflugsbeobachtungen, Balzrufe
… wissen, was konkret getan werden kann, um den Fledermäusen zu helfen.
Inhalte: Engagement in Naturschutzvereinen, Nistkästen, Nutzung von Meldeplattformen („Arten brauchen Daten“), Quartiere, Fledermauskästen, Gärten
… können ihre Naturschutzkenntnisse im Hinblick auf den geplanten Bau einer Straße etc. anwenden.
Inhalte: Ermittlung von Lebensraumfunktionen in der Landschaft und Abschätzung der möglichen Folgen, z. B. beim Bau einer Straße, von Windenergieanlagen etc.; Biologie der Arten in Zusammenhang mit der erwarteten Projektwirkung ergibt die potenzielle Gefährdung

Quartier des Großen Mausohrs (Myotis myotis)
(c) Jürgen Hurst/NABU-naturgucker.de
(c) Jürgen Hurst/NABU-naturgucker.de
Methodenkompetenz
Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… können am Ende des Kurses einen Bat-Detektor anwenden und Rufe, die sie gehört haben, beschreiben und die einfachen Arten bestimmen.
Inhalte: Einsatz eines Fledermausdetektors
… können ihre Fledermausbeobachtungen strukturiert erfassen und auf Meldeportalen dokumentieren.
Inhalte: Nutzung von Meldeportalen; Datenvalidierung
… sind vertraut mit dem Einsatz von Bestimmungsliteratur.
Inhalte: Bestimmungsbücher
Die Kursteilnehmenden …
… können am Ende des Kurses einen Bat-Detektor anwenden und Rufe, die sie gehört haben, beschreiben und die einfachen Arten bestimmen.
Inhalte: Einsatz eines Fledermausdetektors
… können ihre Fledermausbeobachtungen strukturiert erfassen und auf Meldeportalen dokumentieren.
Inhalte: Nutzung von Meldeportalen; Datenvalidierung
… sind vertraut mit dem Einsatz von Bestimmungsliteratur.
Inhalte: Bestimmungsbücher

Breitflügelfledermaus (Eptesicus serotinus)
(c) Ronny Franke/NABU-naturgucker.de
(c) Ronny Franke/NABU-naturgucker.de
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