KNAK Akademie

Feldherpetologie Amphibien Aufbauwissen

Frösche, Kröten, Unken, Molche und Salamander – hier lernt Ihr alle heimischen Arten genauer kennen.

Reiter

Amphibien sind faszinierende Zeigerarten unserer Umwelt: empfindlich, anpassungsfähig und oft unterschätzt. Sie leben zwischen Wasser und Land, durchlaufen erstaunliche Entwicklungsstadien und reagieren sensibel auf Veränderungen in ihrer Umgebung. Um sie in der Natur sicher bestimmen und ihr Verhalten verstehen zu können, ist neben einem geschulten Blick vor allem fundiertes Fachwissen erforderlich.
Im Kurs „KNAK Feldornithologie Amphibien“, der ab Januar 2026 verfügbar sein wird, bekommt ihr genau dieses Wissen vermittelt. KNAK steht hierbei für das Projekt → Kompetenznetzwerk Artenkenntnis Niedersachen. Ihr lernt in unserem Kurs alle heimischen Amphibienarten kennen, erfahrt, wie man sie im Gelände beobachtet, und übt das sichere Erkennen ihrer Merkmale. Unser Lernangebot umfasst 12 Lernstunden und hilft euch dabei, euch gezielt auf die Prüfung zur → BANU-Qualifizierung Bronze vorzubereiten.
Feuersalamander (Salamandra salamandra), (c) Jens Winter/NABU-naturgucker.de
Feuersalamander (Salamandra salamandra)
(c) Jens Winter/NABU-naturgucker.de
Lennart Tödter
Aufgewachsen in der Lüneburger Heide, war Lennart seit seiner Kindheit von der Natur fasziniert. An Tümpeln und Bächen entdeckte er früh seine Begeisterung für Amphibien, sodass er nach dem Abitur zunächst ein Freiwilliges Ökologisches Jahr bei der VNP Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide absolvierte. Während dieser Zeit beschäftigte er sich intensiv mit der heimischen Herpetofauna und begann, sich auch für die Pflanzenwelt zu begeistern. Im Anschluss absolvierte er eine Gärtnerlehre und studierte „Landschaftsnutzung und Naturschutz“ in Eberswalde.

Seit einigen Jahren ist Lennart nun als Referent in der Umweltbildung und als freiberuflicher Kartierer aktiv. Ehrenamtlich ist er stellvertretender Sprecher des Landesfachausschusses „Feldherpetologie und Ichthyofaunistik“ im NABU Niedersachsen.

Lennart ist Autor des E-Learning-Kurses Feldherpetologie Aufbauwissen für das Projekt KNAK (Kompetenznetzwerk Artenkenntnis Niedersachsen), bei dem die → NABU|naturgucker-Akademie Partner ist.
Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… erkennen alle heimischen Amphibienarten im adulten Stadium auf Artebene (außer Braun- und Grünfrosch-Gruppe).
Inhalte: Artporträts, Merkmale und Färbungsvariationen
… können die charakteristischen Rufe der Männchen (auch
Braunfrösche, nicht Wasserfrösche) zur Paarungszeit bestimmen.

Inhalte: Bioakustik, Revierverhalten und „Satelliten“
… können das Geschlecht adulter Amphibien während der Paarungszeit bestimmen.
Inhalte: Geschlechtsdimorphismus, Artporträts
… verwenden eindeutige wissenschaftliche oder deutsche Namen (Trivialnamen)
Inhalte: Artporträts
Saisonaler Geschlechtsdimorphismus beim Moorfrosch (Rana arvalis): das Männchen ist blau, (c) AG Sibylla-Merian-Gymnasium/NABU-naturgucker.de
Saisonaler Geschlechtsdimorphismus beim Moorfrosch (Rana arvalis):
das Männchen ist blau
(c) AG Sibylla-Merian-Gymnasium/NABU-naturgucker.de
Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… können heimische Amphibien ihren Ordnungen, Familien und Gattungen zuordnen und Merkmale der jeweiligen systematischen Einheit nennen.
Inhalte: Stammbaum und Verwandtschaftsverhältnisse der heimischen Amphibien, Artportäts
Gelbbauchunke (Bombina variegata), (c) Hans Prün/NABU-naturgucker.de
Gelbbauchunke (Bombina variegata)
(c) Hans Prün/NABU-naturgucker.de
Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… kennen die Prinzipien verschiedener Typen von Bestimmungsschlüsseln. Sie erschließen sich unbekannte Begriffe  mithilfe von Glossaren und Illustrationen; sie beschäftigen sich mit  estimmungsschlüsseln und wesentlichen Merkmalen der Amphibien.
Inhalte: Übersicht über Typen von Bestimmungsschlüsseln (dichotome beziehungsweise Gabelschlüssel, polytome beziehungsweise Mehrverzweigungsschlüssel, Merkmalstabellen mit Merkmalsausprägungen, elektronische Multikriterienschlüssel)
… setzen einfache analoge und digitale Bestimmungsschlüssel bei ihnen bekannten und unbekannten Amphibien ein. Sie wenden  verschiedene Strategien an, um auch bei uneindeutigen  Bestimmungswegen zu einem Ergebnis zu kommen und dieses validieren zu können.
Inhalte: Gebrauch von Bestimmungshilfen (Bestimmungsschlüssel, Bücher, Apps etc.) an
ausgewählten Beispielen; Nutzung verschiedener Quellen zum Validieren von Ergebnissen
… kennen die relevanten Merkmale der bestimmungskritischen Artengruppen (Braun- und Grünfrösche, Teich- und Fadenmolch).
Inhalte: Differenzierende Merkmale der Arten
Kleiner Teichfrosch (Pelophylax lessonae), (c) Istvan und Sabine Palfi/NABU-naturgucker.de
Kleiner Teichfrosch (Pelophylax lessonae)
(c) Istvan und Sabine Palfi/NABU-naturgucker.de
Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… kennen typische Nahrungsquellen von Amphibien.
Inhalte: Nahrungspektrum in Abhängigkeit von Entwicklungsstadium und Habitat
… kennen beispielhaft die durchschnittliche und maximale Lebensdauer heimischer Ambienarten bzw. -gruppen im Freiland.
Inhalte: Unterschiede zwischen Molchen, Salamandern und Froschlurcharten
… unterscheiden Amplexus lumbalis/inguinalis und Amplexus axillaris und nennen beispielhaft Arten/Gattungen, die diese vollziehen.
Inhalte: Archäo-/Mesobatrachia und Neobatrachia; Form, Färbung und Position von Brunftschwielen
… unterscheiden äußere und innere Befruchtung und nennen beispielhaft Arten/Gattungen, die diese vollziehen.
Inhalte: Unterschiede zwischen Frosch- und Schwanzlurchen
… können die Begriffe „lebendgebärend/vivipar“, „eierlegend/ovipar“ und „larvengebärend/larvipar“ bzw. Viviparie, Oviparie und Larviparie erläutern und beispielhaft Arten/Gattungen nennen, die sich entsprechend fortpflanzen.
Inhalte: Fortpflanzungsstrategien; Artporträts
… kennen typische Früh- und Spätlaicher.
Inhalte: Artporträts; Laichformen
… kennen die Funktion von Amphibien im Ökosystem.
Inhalte: Amphibien(-larven) als Beute; Parasitoide
… kennen Tarn- und Warnstrategien von Amphibien
Inhalte: Hautgifte; Färbung und -varianz; Abwehrverhalten (z. B. Erdkröte (Bufo bufo)); Unkenreflex
Laichschnüre der Kreuzkröte (Epidalea calamita), (c) Patrick Helpap/NABU-naturgucker.de
Laichschnüre der Kreuzkröte (Epidalea calamita)
(c) Patrick Helpap/NABU-naturgucker.de
Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… kennen und erkennen Merkmale typischer Amphibienlebensräume und kennen typische Arten in ausgewählten Landschaftstypen.
Inhalte: Agrarlandschaften, Pionierlebensräume, Wiesen, Wälder etc.
… analysieren und interpretieren das zeitlich-räumliche Vorkommen von Amphibien anhand von thematischen Karten und nutzen dabei häufig verwendete Fachbegriffe.
Inhalte: Raum und Zeit: globale Verbreitung, lokale Verbreitung, ursprüngliche Verbreitung, potenzielle Verbreitung; Endemismus, primäre und sekundäre Lebensräume, Interglazialräume
… deuten Landschaftselemente aus der Perspektive von Amphibien
Inhalte: Begriffserklärungen: Lebensraum, Biotop, Habitat, Habitatkomplex, Habitatrequisiten und Habitatqualität; Funktionen von Landschaftselementen: Verstecke, Leitstrukturen etc.
… benennen aquatische und terrestrische Lebensräume, in denen Amphibien während der Fortpflanzungszeit potenziell vorkommen und können für diese Lebensräume beispielhaft
Amphibienarten aufzählen.

Inhalte: Artporträts
… wissen um die Bedeutung vom Menschen (anthropogen) geprägter Lebensräume für Amphibien.
Inhalte: Gärten und Siedlungen; Amphibien im Agrar- und Grünland; Sekundärlebensräume
… kennen die (möglichen) Auswirkungen des Klimawandels auf verschiedene Amphibienarten und Populationen
Inhalte: Veränderter Wasserhaushalt und Temperaturen (Laichgewässer und Landlebensräume)
Knoblauchkröte (Pelobates fuscus), (c) Werner Bartsch/NABU-naturgucker.de
Knoblauchkröte (Pelobates fuscus)
(c) Werner Bartsch/NABU-naturgucker.de
Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… beachten die rechtlichen Vorgaben für das Betreten von Lebensräumen im Allgemeinen, von Schutzgebieten im Besonderen und von Amphibienlaichgebieten im Speziellen sowie die rechtlichen Vorgaben zum Umgang mit Amphibien.
Inhalte: Aufbereitete Informationen zu Amphibienschutz und Verhaltensregeln gemäß den gesetzlichen Bestimmungen der EU, des Bundes und der Länder (u. a. Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV), Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG), Bundeswaldgesetz (BWaldG), Tierschutzgesetz (TierSchG), Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH))
… kennen Gründe für den Rückgang von Amphibienbeständen.
Inhalte: Gefährdungen von Amphibien (Landnutzung, Entwässerung, Versiegelung, Zerschneidung, Amphibienpathogene etc.); Gefährdungskategorien der Roten Liste
… können verschiedene Maßnahmen zum Schutz von Amphibien nennen und deren Auswirkungen erläutern.
Inhalte: Anlage, Gestaltung und Pflege von Laichgewässern; Nutzung von Landlebensräumen (Land- und Forstwirtschaft); Wiedervernässung; Anlage von Habitatstrukturen wie Totholz- oder Steinhaufen etc.
Männliche Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans) mit Laich, (c) Hartmut Mai/NABU-naturgucker.de
Männliche Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans) mit Laich
(c) Hartmut Mai/NABU-naturgucker.de
Kompetenzerwartungen
Die Kursteilnehmenden …
… beachten die relevanten Hygieneregeln hinsichtlich des Betretens von Amphibienlaichgebieten und des Hantierens mit Tieren.
Inhalte: Hygieneregeln und Übersicht zu Materialien (Reinigung und Desinfektion von
Schuhwerk, Schutzkleidung, Fanggeräten und Fahrzeugen, Auswahl von Handschuhen etc.)
… kennen den korrekten Einsatz von Klangattrappen, den Hand- und Kescherfang von Amphibien sowie die Handhabung von gesunden, kranken oder toten Tieren und können dies erläutern.
Inhalte: Klangattrappen und ihre Möglichkeiten; Übersicht über häufige Fangmethoden und die dafür benötigten Gerätschaften (Handfang, Keschertypen, Fallentypen); Techniken im Umgang mit Amphibien; Konservierungstechniken bei Totfunden
… kennen geeignete Hilfsmittel, um Tiere zur Schau zu stellen.
Inhalte: Möglichkeiten der Präsentation von Amphibien (Plexiglas-Gläser mit Deckel, Faunaboxen, feuchte Tücher)
… sichern eigene feldherpetologische Erhebungsdaten und geben Daten in entsprechende Meldesysteme ein.
Inhalte: Anforderungen an Informationsgehalt, Datenqualität und Datenstandards; Methoden der Dokumentation und Sicherung von Daten; Übersicht über Meldesysteme und Ansprechpartner
… erlangen Kenntnisse zu geeigneten Literaturquellen und Datenportalen mit feldherpetologisch relevanten Informationen.
Inhalte: Übersicht über empfehlenswerte Quellen (Laurenti-Verlag, Websites wie DGHT etc.)
Männlicher Nördlicher Kammmolch (Triturus cristatus), (c) Wolfgang Ott/NABU-naturgucker.de
Männlicher Nördlicher Kammmolch (Triturus cristatus)
(c) Wolfgang Ott/NABU-naturgucker.de